Gelungenes US-Debüt: Podium beim legendären 24-Stunden-Rennen von Daytona

Der Kampf um den Sieg in der GTD-Klasse beim größten 24-Stunden-Rennen in Nordamerika war spannend bis zum Schluss. Beim Saisonauftakt zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship feierte Jeffrey Schmidt ein beeindruckendes Debüt in den Vereinigten Staaten. An der Seite seiner Teamkollegen Christopher Mies, Connor De Phillippi und Jules Gounon fuhr der Schweizer auf dem weltbekannten Daytona International Speedway einen herausragenden zweiten Platz im Audi R8 LMS GT3 von Land-Motorsport ein.

Gratulation zum sensationellen zweiten Platz bei den 24 Stunden von Daytona. Wie fühlst du dich angesichts des Erfolges bei diesem prestigeträchtigen Rennen?
Daytona ist einer der Langstrecken-Klassiker neben den Rennen in Spa-Francorchamps, auf der Nordschleife und in Le Mans. Ein zweiter Platz bei so einem großen Rennen ist zweifelsohne etwas sehr Spezielles. Am Ende war es eng mit dem Sprit, auch für den Sieger. Da hatten wir glaube ich beide dieselbe Taktik: Alles oder nichts. Darum geht es bei den großen Rennen, denn da zählt alleine der Sieg. Dennoch ein Podium bei diesem Rennen ist sehr viel wert.

Am Ende hat euch weniger als eine halbe Sekunde zum Sieg gefehlt. Überwiegt die Frustration über den Rückstand oder die Freude über das gute Ergebnis?
Wer so nah dran ist, will auch den Sieg. Alles andere ist im ersten Moment eine Enttäuschung – auch ein zweiter Platz. Es ist hart ausgedrückt, doch letztendlich ist es so. Wir hätten uns gerne in die Geschichtsbücher eingetragen und es waren nur 0,293 Sekunden, die über den Sieg und die Uhren entschieden haben, die wir als Preis gerne mitgenommen hätten. Das ist unglaublich bitter. Aktuell überwiegt noch ein bisschen der Frust. Aber in ein paar Tagen ist es sicher die Freude.

Ihr wart in der GTD-Klasse von Beginn an vorne mit dabei. Was war für dich und dein Team der Schlüssel zum Podest?
Wir waren eine super Mannschaft! Land-Motorsport ist ein absolutes Top-Team, wie der Titel im ADAC GT Masters beweist. Die Jungs und Mädels dort haben echt was auf dem Kasten. Wir waren auch sein starkes Fahrer-Quartett, mit dem wir zu jeder Zeit wahnsinnig schnell auf der Strecke unterwegs waren. Darauf kommt es an, wenn man um den Sieg fahren will.

Es gab über den gesamten Rennverlauf hinweg über 20 Safety-Car-Phasen. Wie hast du die teilweise chaotischen Bedingungen erlebt?
Wir hatten einen ausgezeichneten Strategen aus den USA, der für viele große Rennteams arbeitet, sowie zwei Spotter vom Andretti-IndyCar-Team. Mit den Jungs waren wir stets auf der sicheren Seite und das war äußerst wichtig. Nachts hatten wir leider einen Reifenschaden, der hinten rechts die Karosserie etwas beschädigt hat. Das kostete einige Minuten. Auch morgens lief nicht alles ganz rund. Glücklicherweise haben wir die verlorene Zeit mit schnellen Stints bis zum Mittag wieder aufgeholt.

Für dich war es nach dem Einsatz auf der Nordschleife im Jahr 2013 das zweite 24-Stunden-Rennen. Welche Erfahrungen hast du bei dieser besonderen Herausforderung gemacht?
Das liegt natürlich schon eine lange Zeit zurück und deshalb bin ich in der Hinsicht sicherlich noch ein Rookie. Auf der einen Seite muss das Risiko auf der Strecke gut abgewogen werden. Auf der anderen Seite musst du immer 100 Prozent pushen, da es wirklich ein 24-stündiges Sprintrennen ist. Was für mich an diesem Wochenende wieder neu war, waren die Boxenstopps. Die gab es im Porsche Carrera Cup und Supercup nicht und somit musste ich mich da erst wieder eingewöhnen.

Es war dein Einstand im GT3-Sport, dein Debüt im Audi R8 LMS GT3 und dein erster Start für Land-Motorsport. Welche Eindrücke hattest du bei der Zusammenarbeit mit der Mannschaft und wie war die Arbeit mit deinen Teamkollegen?
Ich kannte Land-Motorsport bereits als Konkurrent aus den Porsche Cups. Die Zusammenarbeit hat von Anfang an perfekt geklappt. Auch zwischen den Fahrern herrschte sehr gute Harmonie. Wir vier Jungs waren auf einer Wellenlänge und ich konnte gleich am Anfang einiges von Christopher und Connor lernen. Ich war am Morgen im Nassen zeitweise der schnellste GTD-Pilot auf der Strecke und habe mich im Auto richtig wohl gefühlt.

Wie geht es für dich nach dem eindrucksvollen Auftakt in deine Saison 2017 weiter?
Daytona war ein unfassbares Rennen mit einer supercoolen Atmosphäre mit all den Fans und dem Fahren im Oval. Es hat riesigen Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich kommendes Jahr zurückkommen darf und den Sieg nachholen kann. Für 2017 hoffe ich, im ADAC GT Masters mit Land-Motorsport zu fahren. Die Verhandlungen laufen aktuell. Es wäre sicherlich eine sehr, sehr spannende Geschichte, die wir zusammen beginnen würden.

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